Siwa-Oase in Ägyptens Westen
Salzseen, Sandmeer und die Lehmziegel-Altstadt Shali
Salzseen, Sandmeer und die Lehmziegel-Altstadt Shali
Rund 308 Kilometer von der Mittelmeerküste bei Marsa Matruh entfernt, im äußersten Westen des Landes, liegt die Siwa-Oase, eine der ägyptischen Oasen. Nach Kairo sind es rund 730 Kilometer über Land, und einen Zivilflughafen gibt es nicht. Wer hierher will, fährt.
Die Wetterstation der Oase steht 15 Meter unter dem Meeresspiegel, und ihr Wasser bezieht Siwa aus dem Nubischen Sandstein-Aquifer. Von Siwa führt eine Wüstenstraße nach Al Bawiti, dem Hauptort der Oase Bahariya in Ägypten – sie ist gesperrt und mit Militärkontrollpunkten besetzt.
Zur Siwa-Oase gehören die Altstadt Shali, der Orakel-Tempel des Amun, die Salzseen und die Dünen des Großen Sandmeers. Zwei Häuser stehen in der Oase, das Adrere Amellal und das Taziry Ecolodge.
Beste Reisezeit
Anreise in die Oase Siwa
In die Oase Siwa führt der Weg über Land, von der Mittelmeerküste bei Marsa Matruh oder von Kairo aus. Einen Zivilflughafen gibt es nicht. Ein Charter landet auf dem Flugfeld der Oase, und jede Bewegung dort braucht eine eigene Genehmigung. Die Straße Marsa Matruh–Siwa und der Oasenort Siwa selbst sind von der Reisewarnung einer nationalen Reisehinweis-Stelle für das Gebiet westlich von Niltal und Delta namentlich ausgenommen.
1# Straße ab Marsa Matruh
307,9 Kilometer, mit dem Auto vier bis fünf Stunden.
2# Straße ab Kairo
729,9 Kilometer, mit dem Auto rund achteinhalb Stunden.
3# Flugfeld Siwa
Ein Flugfeld gibt es, einen Zivilflughafen und Linienverkehr nicht. Das Feld ist militärisch verwaltet, und jede Bewegung braucht eine eigene Genehmigung mit einem Vorlauf von bis zu zwei Wochen.
4# Charter ab Kairo
Flugzeit rund 50 Minuten, die ägyptische Einfluggenehmigung läuft mit vier Werktagen Vorlauf zusätzlich.
Siwa-Oase – Ort und Altstadt Shali
Siwa liegt im Gouvernement Matruh, und beide Häuser erklären ihre Namen aus der Sprache der Oase: Adrere Amellal heißt in der Berbersprache Weißer Berg, Taziry in der Sprache der Siwi Vollmond.
Jabal el-Mawta heißt übersetzt Berg der Toten. Nach Angabe des Adrere Amellal sind über 700 römische Gräber und vier Gräber der 26. Dynastie in den Kalksteinhügel geschlagen, datiert in die griechisch-römische Zeit. Die vier sind öffentlich zugänglich und tragen erhaltene Wandmalereien.
Jabal Dakrour steht für die traditionellen Siwaner Sandbadbehandlungen: Die Behandlung gräbt den Körper bis zum Hals in den Wüstensand ein, ein kleines Zelt beschattet dabei das Gesicht, danach folgt ein langsames Abkühlen mit Kräutertee. Das Adrere Amellal nennt die Anwendung gegen Rheuma und Arthritis.
Die Lehmziegelfestung Shali
Im Zentrum des Ortes steht Shali, eine Festung aus Lehmziegeln. Nach einer Überlieferung, auf die sich das Adrere Amellal beruft, bauten 40 Siwaner sie im Jahr 1203 als Schutz gegen Beduinenüberfälle, und heute ist sie eine geschützte historische Stätte.
Orakel-Tempel des Amun in Aghurmi – das Siwa-Orakel
Der Orakel-Tempel des Amun steht in Aghurmi und ist der Grund, aus dem diese Oase überhaupt in der antiken Überlieferung vorkommt – das Orakel der Oase Siwa. Alexander der Große kam 331 v. Chr. hierher, um es zu befragen: Er wollte sich als Sohn des Gottes und damit als rechtmäßiger Pharao Ägyptens bestätigen lassen.
Tempel von Um Ubeydah
Die Reste des Tempels von Um Ubeydah liegen 1 Kilometer südlich von Aghurmi – der Bau geht auf Nektanebos II. aus der 30. Dynastie zurück. Eine Prozessionsstraße verband ihn mit dem Orakeltempel, der rund 400 Meter entfernt liegt – erhalten ist davon aber nur ein Teil der Westwand des Pronaos.
Salzseen und Quellen in Siwa
Der Jahresniederschlag der Oase liegt bei 9 Millimetern. Das Wasser kommt deshalb nicht von oben, sondern aus dem Nubischen Sandstein-Aquifer – das Adrere Amellal nennt rund 230 natürliche Süßwasserquellen.
In Juni und Juli liegt das mittlere Tagesmaximum bei 37,5 Grad, und gegen diese Hitze arbeitet das Wasser der Oase. Der Pool des Adrere Amellal wird von einer natürlichen Quelle gespeist und liegt im Schatten eines Palmenhains.
Kleopatra-Quelle und Fatnas Island
Fatnas Island liegt 6 Kilometer von Siwa-Stadt entfernt, auf dem Salzsee Birket Siwa, der den Namen der Oase trägt. Das Adrere Amellal führt den Ort als Platz für den Sonnenuntergang und als Badeplatz für Einheimische und Reisende.
Die Kleopatra-Quelle ist ein Steinbecken mit natürlichem Quellwasser am Weg zum Amun-Tempel und gilt dem Adrere Amellal als vermutlich bekanntestes Bad der Gegend. Sie ist eine von vielen Quellen der Oase, nicht die einzige.
Großes Sandmeer bei Siwa
Die Große Sandsee liegt bei Siwa, und die Fahrt durch ihre Dünen geht mit Allradfahrzeugen. Bir Wahed liegt 12 Kilometer südwestlich der Stadt, in den äußeren Dünen der Großen Sandsee – eine heiße Quelle in der Größe eines großen Whirlpools, deren Überlauf einen Garten um das Becken bewässert. Das Adrere Amellal fährt mit Allradfahrzeugen dorthin.
Die Weiße Wüste ist eine andere Landschaft: Das Große Sandmeer liegt bei Siwa, die Weiße Wüste bei Farafra, jenseits von Bahariya.
Ägyptens Oasen im Überblick
Eine nationale Reisehinweis-Stelle führt vier weitere Oasenorte, Bahariya, Farafra, Dachla und Charga, und spricht für sie keine Warnung aus. Anders bei Siwa: Die Verbindung zwischen Al Bawiti, dem Hauptort von Bahariya, und Siwa ist gesperrt und mit Militärkontrollpunkten besetzt.
Weiße Wüste in Ägypten
Die Weiße Wüste liegt 38 Kilometer nordwestlich des Zentrums von Farafra und umfasst rund 3.000 Quadratkilometer, seit 2002 als Naturschutzgebiet und Nationalpark. Die Schwarze Wüste in Ägypten steht neben ihr in derselben Ausnahme von der Reisewarnung und unter derselben Genehmigungspflicht. Von Siwa aus führt über die Wüste kein Weg dorthin, und wer beides sehen will, fährt über Kairo.
Rundreise durch Ägyptens Oasen
Die Reise „ Ägyptens einsame Oase am Rand der Sahara “ führt drei Nächte nach Siwa, als einzige Oase auf ihrem Weg, und kommt ohne Inlandsflug und ohne Nilkreuzfahrt aus.
Häuser in der Oase Siwa
Beide Häuser bauen mit dem Material der Oase. Das Adrere Amellal nennt es Kershef: getrocknetes Salzgestein, Lehm und Stroh. Das Taziry Ecolodge nennt es Karshif: Lehmziegel, Salz und andere natürliche Elemente, und gibt an, dass diese Bauweise Klimaanlagen überflüssig macht – Türen und Fenster stehen dort so, dass sie den Wüstenwind aufnehmen.
Strom gibt es im Adrere Amellal nicht. Die Zimmer beleuchten Bienenwachskerzen, darüber steht der Sternenhimmel der Wüste. Im Januar fällt das mittlere Tagesminimum der Oase auf 5,6 Grad – ein Haus ohne Strom ist damit keine Stilfrage, sondern eine Betriebsbedingung.
Adrere Amellal am Salzsee
Das Haus führt 40 handgebaute Zimmer, jedes davon verschieden, in vier Kategorien: Single Desert Rooms, Double Desert Rooms, Special Desert Rooms und Salt Suites.
Ein Dutzend Bienenwachskerzen beleuchtet jedes Zimmer, Hunderte weitere die Abendessen, die das Haus jeden Abend an einem anderen Ort serviert, und Obst und Gemüse stammen aus den eigenen Gärten. Adrere Amellal liegt am Gaafar Mountain im Gouvernement Matruh.
Taziry Ecolodge am Felshügel
Im Zimmer brennen Kerzen, draußen Öllampen und Fackeln. Das Haus steht am Fuß des Roten Bergs, gegenüber dem Weißen Berg, mit Blick auf den Gary-See und die Dünen der Großen Sandsee. Die Möbel kommen aus der hauseigenen Schreinerei, die Decken aus Palmen.
Zum Taziry Ecolodge gehört ein Marktplatz mit 50 Handwerkswerkstätten, dazu eine Bibliothek, ein Museum und ein Stellarium.
Oase Siwa – Reisen und Urlaub
Eine Reise im Bestand führt Siwa als eigene Etappe mit 3 Nächten, das gesetzte Haus ist das Adrere Amellal. Die Reise ist als Kombinationsreise ohne Inlandsflug und ohne Nilkreuzfahrt angelegt, mit einer empfohlenen Reisedauer ab 8 Tagen. Sie wird angefragt, einen Abreisetermin führt das Angebot nicht.
Hotels in der Siwa-Oase
Zwei Häuser stehen für die Siwa-Oase zur Auswahl. Das Adrere Amellal ist das Haus der Siwa-Reise, das Taziry Ecolodge steht am Fuß des Roten Bergs, gegenüber dem Weißen Berg.
Häufige Fragen zur Oase Siwa
Wo liegt die Oase Siwa?
Im Westen Ägyptens, im Gouvernement Matruh. Von Marsa Matruh an der Mittelmeerküste sind es rund 308 Kilometer Straße, von Kairo rund 730. Die Straße von Siwa nach Al Bawiti in der Oase Bahariya ist nach Behördenangabe gesperrt.
Wie verläuft die Anreise in die Oase Siwa?
Über Land. Ab Marsa Matruh dauert die Fahrt vier bis fünf Stunden, ab Kairo rund achteinhalb. Die Straße Marsa Matruh–Siwa und der Oasenort selbst sind von der Reisewarnung einer nationalen Reisehinweis-Stelle namentlich ausgenommen.
Ist die Weiße Wüste in Ägypten gesperrt?
Gesperrt ist die Straße zwischen Al Bawiti und Siwa, nicht die Weiße Wüste selbst. Eine nationale Reisehinweis-Stelle nimmt die Weiße Wüste ausdrücklich von ihrer Reisewarnung aus. Für den Besuch gelten zwei Pflichten, eine Genehmigung im Voraus und ein offizieller Guide, und auch eine bereits erteilte Genehmigung kann kurzfristig untersagt werden.
Lassen sich Siwa und die Weiße Wüste verbinden?
Nicht über die Wüste, sondern über Kairo: Die Straße zwischen Al Bawiti und Siwa ist nach Behördenangabe gesperrt und mit Militärkontrollpunkten besetzt, und wer beides sehen will, fährt den Umweg über die Hauptstadt.
Gibt es für die Oase Siwa eine Pauschalreise?
Eine Reise mit Siwa als eigener Station gibt es: „Ägyptens einsame Oase am Rand der Sahara“ beginnt ab 8 Tagen und führt drei Nächte in die Oase, ins Adrere Amellal. Die Reise läuft auf Anfrage, ohne festen Abreisetermin. Ein Pauschalpaket im üblichen Sinn ist sie damit nicht.
Gibt es Flüge in die Oase Siwa?
Ein Flugfeld ja, einen Zivilflughafen und Linienverkehr nein. Das Feld ist militärisch verwaltet, jede Bewegung braucht eine eigene Genehmigung mit einem Vorlauf von bis zu zwei Wochen. Ein Charter ab Kairo fliegt rund 50 Minuten – die Genehmigung ist damit der eigentliche Engpass, nicht die Flugzeit.